Eisenmangel10 Min. Lesezeit

Eisenmangel Frieren: Warum Sie ständig kalte Hände haben

Warum manche Frauen ständig kalte Hände und Füße haben: Raynaud, niedriges Eisen, Schilddrüse, Kalorien, Blutdruck. Hinweise zur Unterscheidung, sinnvolle Blutwerte und was sofort hilft.

Leena Bloom
Autorin: Leena Bloom·Geprüft von: FerraBloom Redaktion
Veröffentlicht:
Eisenmangel Frieren: Frau mit Wollhandschuhen in eine Decke gehüllt am Fenster
Inhalt
  1. Warum habe ich ständig kalte Hände?
  2. Kann Eisenmangel Frieren verursachen?
  3. Welche Ursachen haben kalte Hände und Füße?
  4. Wie finden Sie heraus, woher die kalten Hände kommen?
  5. Welche Blutwerte sind sinnvoll, wenn Sie ständig frieren?
  6. Was hilft gegen kalte Hände?
  7. Wann sollten kalte Hände Sie beunruhigen?
  8. Häufige Fragen
  9. Quellen
Kurz gesagt
  • Kalte Hände sind oft normal, besonders bei Frauen: Bei Kälte verengt der Körper die Gefäße an Händen und Füßen, um die inneren Organe warm zu halten.
  • Ist Ihnen ständig kalt, sollten diese Ursachen geprüft werden: Raynaud-Syndrom, Eisenmangel oder Anämie, eine Schilddrüsenunterfunktion, zu wenig Gewicht oder Kalorien, niedriger Blutdruck, Rauchen und manche Medikamente.
  • In Studien mit Menschen mit Eisenmangelanämie war die Temperaturregulation weniger wirksam. Um das zu klären, reichen wenige Blutwerte: Blutbild, Ferritin, CRP und TSH.
  • Finger, die weiß oder blau werden, Wunden an den Fingern, Schmerzen oder nur eine kalte Hand sollten Sie ärztlich anschauen lassen.

Im Büro tragen Sie den Schal noch im Mai, im Bett werden die Füße erst nach einer Stunde warm, und wer Ihnen die Hand gibt, sagt jedes Mal: „Sie sind ja eiskalt!“ Wenn Sie sich darin wiedererkennen, sind Sie nicht allein. Kalte Hände gehören zu den häufigsten Klagen von Frauen, und meist steckt nichts Ernstes dahinter. Viele fragen sich trotzdem: Kann Eisenmangel Frieren auslösen?

Manchmal ist ständiges Frieren tatsächlich ein Signal, auf das man hören sollte, besonders zusammen mit Müdigkeit, Haarausfall oder einer starken Periode. In diesem Artikel finden Sie die häufigsten Ursachen für kalte Hände und Füße, die Hinweise, mit denen sie sich unterscheiden lassen, welche Blutwerte sinnvoll sind und was Sie sofort tun können.

Die sechs häufigsten Ursachen für kalte Hände bei Frauen: Raynaud, Eisenmangel, Schilddrüse, wenig Kalorien, niedriger Blutdruck, Stress und Rauchen
Die häufigsten Gründe für ständig kalte Hände und Füße und der Hinweis, an dem Sie sie erkennen.

Warum habe ich ständig kalte Hände?

Der häufigste Grund ist körpereigen: Ist es kalt oder stehen Sie unter Stress, verengt der Körper die kleinen Gefäße an Händen und Füßen, um die Wärme im Rumpf zu halten. Frieren Sie aber auch in warmen Räumen und schon lange, lohnt sich die Suche nach einer Ursache wie Raynaud-Syndrom, Eisenmangel oder Schilddrüse.[2]

Frauen spüren Kälte an Händen und Füßen meist stärker als Männer. Dazu tragen die geringere Muskelmasse bei, die Wärme erzeugt, und die Wirkung der Hormone auf die Blutgefäße, die sich auch im Lauf des Zyklus verändern kann. Kühle Hände sind also an sich kein Symptom.

Zum Signal werden sie, wenn sich etwas gegenüber sonst verändert, wenn andere Beschwerden dazukommen oder wenn die Finger die Farbe wechseln.

Kann Eisenmangel Frieren verursachen?

Er kann dazu beitragen. Eisen trägt zum normalen Sauerstofftransport im Körper und zu einem normalen Energiestoffwechsel bei, und bei Menschen mit Eisenmangelanämie ist die Temperaturregulation weniger wirksam. Frieren allein reicht aber nicht, um von einem Mangel zu sprechen: Dafür braucht es eine Blutuntersuchung.[1][4]

Eisen wird gebraucht, um Hämoglobin zu bilden, das Sauerstoff ins Gewebe bringt. In Studien mit Menschen mit Eisenmangelanämie war die Fähigkeit, bei Kälte die Körpertemperatur zu halten, verringert, teils weil weniger Wärme über die Schilddrüsenhormone erzeugt wurde.[1] Am deutlichsten sind die Daten bei einer echten Anämie. Bevor es so weit ist, können sich die Eisenspeicher aber über Monate leeren, während das Hämoglobin normal bleibt: Das ist der Eisenmangel ohne Anämie, den die European Hematology Association an einem Ferritin unter 30 ng/ml festmacht.[3]

Meist kommt das Frieren nicht allein: Dazu gehören Müdigkeit, Kurzatmigkeit auf der Treppe, Haarausfall, brüchige Nägel. Die vollständige Liste finden Sie bei den Anämie-Symptomen. Am häufigsten betroffen sind Frauen mit starker Periode, Frauen, die wenig Fleisch essen, die vor Kurzem ein Kind bekommen haben oder Ausdauersport treiben. Wenn Sie sich darin wiederfinden, ist der richtige Schritt nicht, Eisen zu kaufen, sondern zu messen. Was ein niedriges Ferritin bedeutet, erklärt der Artikel zu niedrigem Ferritin.

Welche Ursachen haben kalte Hände und Füße?

Bei Frauen am häufigsten sind das Raynaud-Syndrom, Eisenmangel mit oder ohne Anämie, eine Schilddrüsenunterfunktion, zu wenig Gewicht oder Kalorien, niedriger Blutdruck, Rauchen, Stress und manche Medikamente. Seltener stecken Durchblutungs- oder Nervenprobleme dahinter.[1][2]

Raynaud-Syndrom

Bei Kälte oder starken Gefühlen werden einzelne Finger wachsweiß, dann bläulich und beim Aufwärmen rot und pochend. Die primäre Form, die häufigste, betrifft vor allem junge Frauen und ist meist harmlos. Es gibt auch eine sekundäre Form, die mit anderen Erkrankungen zusammenhängt, etwa des Bindegewebes: Zur Unterscheidung kann die Ärztin eine Kapillarmikroskopie veranlassen, eine schmerzlose Untersuchung der kleinen Gefäße am Nagelfalz.[2]

Schilddrüsenunterfunktion

Bei einer Unterfunktion verlangsamt sich der Stoffwechsel, und es wird weniger Wärme erzeugt. Zum Frieren kommen oft Müdigkeit, unerklärte Gewichtszunahme, Verstopfung, trockene Haut und ein unregelmäßiger Zyklus. Für eine erste Kontrolle reicht der TSH-Wert.

Wenig Kalorien und niedriges Gewicht

Ein Körper mit wenig Fettgewebe, der weniger Energie bekommt, als er verbraucht, spart auch an der Wärme. Das passiert bei Crash-Diäten oder sehr intensivem Training ohne ausreichendes Essen und geht oft mit einer ausbleibenden Periode einher.

Niedriger Blutdruck, Rauchen, Stress und Medikamente

Bei niedrigem Blutdruck kommt weniger Blut in Händen und Füßen an, und beim Aufstehen wird Ihnen vielleicht schwindelig. Nikotin verengt die Gefäße. Stress und Angst tun über das Adrenalin dasselbe. Manche Medikamente, zum Beispiel Betablocker, können kalte Hände verstärken: Setzen Sie sie nie selbst ab, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin.

Wie finden Sie heraus, woher die kalten Hände kommen?

Achten Sie auf die Anzeichen, die das Frieren begleiten: Farbwechsel der Finger spricht für Raynaud, Müdigkeit mit starker Periode für Eisen, Gewichtszunahme mit Verstopfung für die Schilddrüse. Die Tabelle fasst die hilfreichsten Hinweise und die passende erste Untersuchung zusammen, die Einschätzung bleibt aber bei der Ärztin.

Kalte Hände: Hinweise, mögliche Ursachen und womit Sie beginnen
Was Sie außer Kälte bemerkenMögliche UrsacheWomit beginnen
Finger werden bei Kälte oder Aufregung weiß, dann blau, dann rotRaynaud-SyndromArztbesuch, eventuell Kapillarmikroskopie
Müdigkeit, Kurzatmigkeit, Haarausfall, starke PeriodeEisenmangel oder AnämieBlutbild, Ferritin, CRP
Gewichtszunahme, Verstopfung, trockene HautSchilddrüsenunterfunktionTSH, eventuell fT4
Sehr strenge Diät, intensiver Sport, ausbleibende PeriodeZu wenig EnergieHausärztin, eventuell Ernährungsberatung
Schwindel beim AufstehenNiedriger BlutdruckBlutdruck zu verschiedenen Zeiten messen
Kribbeln oder Taubheit, nicht nur KälteVitamin-B12-Mangel, NervenproblemeVitamin B12, Arztbesuch
Nur eine Hand oder ein Finger, Schmerzen, kleine WundenDurchblutungsproblemZeitnah zur Ärztin

Tipp: Notieren Sie zwei Wochen lang, wann Ihnen kalt ist, in welcher Situation und ob die Finger die Farbe ändern. Wenn das passiert, machen Sie ein Foto: Es zeigt Ihrer Ärztin mehr als jede Beschreibung.

Lesen Sie auchEisenmangel-Symptome bei Frauen: 12 Anzeichen, die Sie kennen sollten

Welche Blutwerte sind sinnvoll, wenn Sie ständig frieren?

Für eine erste Kontrolle reichen meist Blutbild, Ferritin, CRP und TSH. Je nach weiteren Beschwerden kann die Ärztin Vitamin B12, Blutzucker und eine Blutdruckmessung ergänzen und, wenn die Finger die Farbe wechseln, eine Untersuchung auf Raynaud mit eventueller Kapillarmikroskopie.[2][3]

  • Blutbild: zeigt, ob eine Anämie vorliegt.
  • Ferritin: zeigt die Eisenspeicher, auch wenn das Blutbild normal ist.
  • CRP: Ist er erhöht, kann das Ferritin normal wirken, obwohl es das nicht ist.
  • TSH: der erste Wert für die Schilddrüse.

Lassen Sie Blut nicht während Fieber oder Grippe abnehmen und bevor Sie ein Präparat beginnen: So zeigt das Ergebnis wirklich, wo Sie stehen. Die Referenzbereiche unterscheiden sich von Labor zu Labor, es gilt der Bereich auf Ihrem Befund. Und wenn Ihre Periode länger als sieben Tage dauert oder Sie auch nachts häufig wechseln müssen, lesen Sie auch unseren Ratgeber zu starker Periode und Eisenmangel.

Ist das Ferritin niedrig, sucht die Ärztin die Ursache und entscheidet, ob neben der Ernährung eine Eisenergänzung sinnvoll ist, meist mit einer Kontrolle nach 8–12 Wochen.[3] Dann zählt eine Form, die Sie regelmäßig und ohne Magenbeschwerden nehmen können.

Eisen trägt zum normalen Sauerstofftransport im Körper und zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei. Wenn Sie schwanger sind, stillen, Medikamente nehmen oder ein erhöhtes Ferritin haben, sprechen Sie vor Beginn eines Präparats mit Ihrer Ärztin.

Was hilft gegen kalte Hände?

Sich im Zwiebellook anziehen, auch Rumpf und Kopf warm halten, sich oft bewegen, nicht rauchen und regelmäßig essen hilft den meisten Frauen. Bleiben die Hände trotzdem kalt oder wechseln die Finger die Farbe, ist der nächste Schritt die Ärztin.[2]

Hände im Wollpullover um eine Tasse heißen Tee
Ein warmes Getränk hilft, doch wenn die Finger die Farbe wechseln, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin.
  • Den Rumpf wärmen: Ist der Oberkörper warm, „gönnt“ der Körper Händen und Füßen mehr Blut. Ein zusätzliches Unterhemd ist so viel wert wie ein Paar Handschuhe.
  • Handschuhe vor dem Rausgehen: Ziehen Sie sie an, bevor die Hände auskühlen, nicht danach. Bei Raynaud helfen sie auch, wenn Sie etwas aus dem Tiefkühlfach nehmen.
  • Lauwarmes, nicht heißes Wasser: Wärmen Sie die Finger mit lauwarmem Wasser, statt eiskalte Hände auf eine glühend heiße Heizung zu legen.
  • Jede Stunde bewegen: Wenn Sie im Sitzen arbeiten, stehen Sie auf, gehen ein paar Schritte und kreisen die Arme wie eine Windmühle: Bewegung treibt das Blut in die Finger.
  • Regelmäßig essen: Ausgelassene Mahlzeiten oder sehr kalorienarme Diäten verringern die Wärmeproduktion. Bauen Sie Eisenquellen wie Hülsenfrüchte, Fleisch, Fisch und Samen ein, zusammen mit Vitamin-C-reichem Gemüse.
  • Mit dem Rauchen aufhören: Nikotin verengt die Gefäße, und das spüren Sie genau an den Fingern.
Lesen Sie auchEisenmangel Ursachen bei Frauen: Was Sie ärztlich fragen sollten

Wann sollten kalte Hände Sie beunruhigen?

Gehen Sie zur Ärztin oder zum Arzt, wenn:

  • die Finger weiß oder blau werden, auch nur in einzelnen Episoden,
  • kleine Wunden, Geschwüre oder dunkle Stellen an den Fingerkuppen auftreten,
  • nur eine Hand oder ein Finger kalt ist oder Schmerzen, Schwellung oder Taubheit dazukommen,
  • zur Kälte anhaltende Müdigkeit, Kurzatmigkeit, Herzklopfen oder sehr starke Perioden kommen (lesen Sie auch unseren Artikel ständig müde als Frau),
  • Sie zusätzlich Gelenkschmerzen, eine verdickte Haut an den Fingern oder Schluckbeschwerden haben,
  • die Kälte nach Beginn eines neuen Medikaments aufgetreten ist.

Damit Sie gut vorbereitet in die Sprechstunde gehen, können Sie unseren kostenlosen 20-seitigen Ferritin-Ratgeber mit Fragen für die Ärztin herunterladen.

Häufige Fragen

Sind kalte Hände ein Zeichen für Eisenmangel?

Sie können es sein, aber nicht für sich allein. Bei Menschen mit Eisenmangelanämie ist die Temperaturregulation weniger wirksam, und das Frieren geht oft mit Müdigkeit, Kurzatmigkeit oder Haarausfall einher. Kalte Hände haben aber viele andere Ursachen: Klarheit bringen Blutbild, Ferritin und CRP.

Warum habe ich auch im Sommer kalte Hände?

Klimaanlage und Stress reichen aus, damit sich die Gefäße in den Fingern auch bei Hitze verengen. Frieren Sie das ganze Jahr über, lohnt es sich, Schilddrüse, Eisen und Blutdruck zu prüfen und der Ärztin zu sagen, ob die Finger die Farbe wechseln, ein typisches Zeichen des Raynaud-Syndroms.

Kalte Hände und Füße: Welcher Mangel steckt dahinter?

Am häufigsten in Verbindung gebracht werden Eisenmangel, mit oder ohne Anämie, und Vitamin-B12-Mangel, der aber vor allem Kribbeln und Taubheit macht. Auch zu wenig Essen verringert die Wärmeproduktion. Blutwerte helfen, diese Ursachen von Schilddrüse und Durchblutung zu unterscheiden.

Kann die Schilddrüse kalte Hände machen?

Ja. Bei einer Unterfunktion verlangsamt sich der Stoffwechsel, es wird weniger Wärme erzeugt, und man friert mehr als andere. Meist kommen Müdigkeit, Gewichtszunahme, Verstopfung und trockene Haut dazu. Der TSH-Wert ist die erste Untersuchung, die Ihre Ärztin beurteilt.

Ist das Raynaud-Syndrom gefährlich?

Die primäre Form, die bei jungen Frauen am häufigsten ist, ist meist harmlos und lässt sich mit warmen Händen und warmem Körper gut in den Griff bekommen. Die sekundäre Form hängt mit anderen Erkrankungen zusammen und gehört in ärztliche Betreuung. Wunden an den Fingern, starke Schmerzen oder Beschwerden an anderen Stellen erfordern einen Arztbesuch.

Quellen

  1. Brigham D., Beard J. Iron and thermoregulation: a review. Crit Rev Food Sci Nutr. 1996;36(8):747–763. doi.org
  2. Wigley FM., Flavahan NA. Raynaud’s phenomenon. N Engl J Med. 2016;375(6):556–565. doi.org
  3. Iolascon A. et al. Recommendations for diagnosis, treatment and prevention of iron deficiency and iron deficiency anaemia. HemaSphere (EHA). 2024;8(7):e108. doi.org
  4. Verordnung (EU) Nr. 432/2012 der Kommission zur Festlegung einer Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel als Angaben über die Reduzierung eines Krankheitsrisikos sowie die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern. eur-lex.europa.eu

Der Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Sprechen Sie vor der Einnahme von Eisenpräparaten mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder in der Apotheke.

Leena Bloom

Leena Bloom

Beraterin für Nahrungsergänzungsmittel

Beraterin für Nahrungsergänzungsmittel und Gesicht der Marke FerraBloom. Sie schreibt über Eisen, Ferritin und gesunde Haare auf Basis aktueller Leitlinien und Studien. Jeden Text prüft die FerraBloom Redaktion. Alle Artikel · Redaktionelle Richtlinien

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